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Das besondere Gebiet Stettin

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Eine besondere Stellung hinsichtlich des Staatsgebietes des Deutschen Reiches ergibt sich für das Gebiet an der Stadt Stettin.

Stettin liegt an der Oder im Norden.

Die Gebiete des Deutschen Reiches (in den Grenzen vom 31.12.1937, die die Alliierten festgelegt haben) werden entweder selbstverwaltet oder fremdverwaltet:

 

  1. Das Gebiet der Westlichen Besatzungszonen (amerikanische, englische und französische Besatzungszone) stand von 1945 bis 1990 unter Verwaltung der genannten Besatzungsmächte.
  2. Das Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone stand von 1945 bis 1990 unter der Verwaltung der Sowjetunion.
  3. Die Gebiete des Deutschen Reiches, die östlich der Linie Oder-Neiße liegen, jedoch nicht der Norden Ostpreußens, der der Verwaltung durch die Sowjetunion unterworfen wurde, wurden durch die Alliierten durch die Beschlüsse, die auf der Konferenz von Potsdam mit der Mitteilung über die Dreimächtekonferenz von Berlin von 02. August 1945 festgelegt wurden, der Verwaltung durch den polnischen Staat unterworfen, vorbehaltlich einer Friedenskonferenz. 
  4. Das Gebiet der Reichshauptstadt Groß-Berlin wurde 1945 unter die gemeinsame Verwaltung durch die vier Alliierten unterstellt.

 

Von dieser Regelung wurde ein Gebiet ausgenommen: Das Gebiet nahe der Stadt Stettin, welches westlich der Oder liegt.

Wie ersichtlich ist, liegt dieses Gebiet eindeutig nicht östlich der Oder, sondern westlich. Damit ist dieses Gebiet eindeutig nicht von den Bestimmungen der Beschlüsse von Potsdam unterworfen. Allerdings gehört dieses Gebiet auch nicht zu der Sowjetischen Besatzungszone. Es ist somit freies Reichsgebiet und wird seit 1945 von Polen ohne Rechtsgrundlage verwaltet und besetzt. Man könnte von einer völkerrechtlichen Annektion sprechen.

Das Stettiner Gebiet

 

Rechtsgrundlagen:

Protokoll über die Dreimächtekonferenz von Berlin (Potsdamer Protokoll)

Potsdam, 2. August 1945

Signatarstaaten:
Sowjetunion, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten

IX. Polen

....

b) Bezüglich der Westgrenze Polens wurde folgendes Abkommen erzielt:

In Übereinstimmung mit dem bei der Krim-Konferenz erzielten Abkommen haben die Häupter der drei Regierungen die Meinung der Politischen Provisorischen Regierung der Nationalen Einheit hinsichtlich des Territoriums im Norden und Westen geprüft, das Polen erhalten soll. Der Präsident des Nationalrates Polens und die Mitglieder der Polnischen Provisorischen Regierung der Nationalen Einheit sind auf der Konferenz empfangen worden und haben ihre Auffassungen in vollem Umfange dargelegt. Die Häupter der drei Regierungen bekräftigen ihre Auffassung, daß die endgültige Festlegung der Westgrenze Polens bis zu der Friedenskonferenz zurückgestellt werden soll.

Die Häupter der drei Regierungen stimmen darin überein, daß bis zur endgültigen Festlegung der Westgrenze Polens, die früher deutschen Gebiete östlich der Linie, die von der Ostsee unmittelbar westlich von Swinemünde und von dort die Oder entlang bis zur Einmündung der westlichen Neiße und die westliche Neiße entlang bis zur tschechoslowakischen Grenze verläuft, einschließlich des Teiles Ostpreußens, der nicht unter die Verwaltung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken in Übereinstimmung mit den auf dieser Konferenz erzielten Vereinbarungen gestellt wird, und einschließlich des Gebietes der früheren Freien Stadt Danzig unter die Verwaltung des polnischen Staates kommen und in dieser Hinsicht nicht als Teil der sowjetischen Besatzungszone in Deutschland betrachtet werden sollen.

Rechtsfundstelle: Amtsblatt des Kontrollrats in Deutschland, Ergänzungsblatt Nr. 1, S. 13-19

Auf Wikipedia erfährt man unter anderem Folgendes:

1939 wurde durch die Eingemeindung der Städte Altdamm und Pölitz sowie weiterer 36 Gemeinden Groß Stettin geschaffen. Die rund tausend Stettiner Juden waren die ersten auf deutschem Gebiet, die von den Nationalsozialisten ins nun besetzte Polen deportiert wurden: am 12. Februar 1940 erfolgte ihre Verhaftung im ganzen pommerschen Regierungsbezirk Stettin. 1944 richteten Bombenangriffe des Bomber Command der Royal Airforce große Schäden an, und am 26. April 1945 wurde Stettin von der Roten Armee erobert.

Nach Kriegsende war der genaue Verlauf der Demarkationslinie zwischen der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und den unter polnische Verwaltung gestellten deutschen Gebieten im Stettiner Raum noch unklar, so dass die Sowjetunion zunächst davon absah, das westlich der Oder gelegene Stettin den polnischen Behörden zu übergeben, und in der Stadt eine neugebildete deutsche Verwaltung einsetzte. Am 5. Juli 1945 wurde Stettin jedoch – unter Bruch bestehender alliierter Vereinbarungen und des Potsdamer Abkommens, das einen Grenzverlauf „unmittelbar westlich von Swinemünde und von dort die Oder entlang bis zur Einmündung der westlichen Neiße“Oder-Neiße-Linie – von der sowjetischen Besatzungsmacht an Polen übergeben und von diesem in Szczecin umbenannt . Anschließend erfolgte die Ablösung der deutschen Stadtverwaltung, und es begann die Ansiedlung von Polen, die mit der Vertreibung der deutschen Zivilbevölkerung einherging. Stettin wurde als Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft und unter Reaktivierung von Industrie, Bildungseinrichtungen etc. wiederaufgebaut. Die neuen Einwohner Stettins stammten dabei größtenteils aus den Gebieten östlich der Curzon-Linie, die nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion fielen (heute zu Litauen, Weißrussland und der Ukraine gehörig). Der Hafen wurde erst 1955 von der Sowjetunion in polnische Verwaltung übergeben.

1970 wie 1980 kam es zu Arbeiterunruhen, und neben Danzig wurde Stettin zur Keimzelle der Gewerkschaftsbewegung Solidarność. 1972 machte die katholische Kirche Stettin zum Bistumssitz. Am 27. Mai 1990 wurde die erste demokratische Kommunalwahl durchgeführt. 1999 wurde Stettin im Zuge einer Verwaltungsreform Hauptstadt der neuen Woiwodschaft Westpommern.


Leider ist die Darstellung der Übergabe Stettins in Wikipedia fehlerhaft.

Die Übergabe der Stadt Stettin an Polen geschah am 21. August 1945 durch eine eigenmächtig von einem russischen General Chabarow in Schwerin unterzeichnete Note, jedoch verstößt diese Übergabe gegen die klar definierten Festlegungen der Regierungsoberhäupter der Drei Mächte (Sowjetunion, England und USA) anläßlich der Potsdamer Konferenz, die sich im Potsdamer Protokoll widerspiegelt.

Lesen Sie hierzu auch die überaus interessanten stenografierten Reden Stalins, Churchills und Trumans (später Attlee).
Zur Übergabe der Stadt Stettin lesen Sie bitte diesen Artikel.

Annexion der Stadt Stettin durch Polen 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 15. Februar 2011 um 05:13 Uhr