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Startseite admin Euro-Krisengipfel - Die dramatische Notoperation am Herzen Europas

08.05.2010 17:12:36
admin

Euro-Krisengipfel
Die dramatische Notoperation am Herzen Europas (119)
Von Christoph B. Schiltz 8. Mai 2010, 17:52 Uhr
Getrieben von den Finanzmärkten schnüren die Regierungschefs der Euro-Länder ein Rettungspaket für angeschlagene Mitgliedsländer. Freitagnacht wird in die Geschichte der EU eingehen. Es waren die Stunden, in denen der Euro gerettet wurde. Oder, aber daran mag niemand denken in Brüssel, auch nicht.
Die deutsch-französische Achse ist belastet: Nicolas Sarkozy und Angela Merkel in Brüssel
In einer dramatischen Sitzung in der Nacht zum Samstag haben die 16 Regierungschefs der Euro-Zone eine Notoperation zur Rettung der Gemeinschaftswährung beschlossen: Es soll – neben den 80 Milliarden Euro für Griechenland – neue Milliardenkredite für Euro-Länder geben, die von der Pleite bedroht sind.

Noch ist es nicht soweit in Spanien, Portugal, Italien oder Irland. Aber die Gefahr eines Flächenbrandes ist offenbar sehr groß, viel größer als bisher durchsickerte. Das wäre das Ende Euros. „Die ganze Euro-Zone ist unter Attacke“, sagt Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Samstagmorgen, kurz vor ein Uhr.

Der Mann, der immer alles unter Kontrolle hat, schwitzt. Sein linkes Augenlid flattert. „Dies ist eine systemische Krise und damit muß auch die Antwort systemisch sein.“ Stille. „Ist es wirklich so?“ fragt eine Journalistin. „Madame, ich will nicht dramatisieren, aber ich übertreibe nicht.“

80 Milliarden Euro Kredite hatten die Euro-Länder dem Pleiteland Griechenland vor einer Woche versprochen. Das sollte die Märkte beruhigen. Aber es passierte nicht. Im Gegenteil: Streiks und Tote in Athen. Die Börsen brachen ein, der Euro verlor immer mehr an Wert. Gerüchte über eine Zahlungsunfähigkeit Spaniens machten die Runde. Mitte der Woche schossen die Risikoaufschläge für die Anleihen einiger Südeuropäer in die Höhe. „Da draußen ist der Teufel los“, sagte ein hoher EU-Diplomat am Freitagmorgen.

Der Teufel? Das sind aus Sicht der EU-Strategen die Rating-Agenturen. Und vor allem die Spekulanten, die gegen den Euro und die Staatsanleihen wirtschaftlich schwacher oder hoch verschuldeter Länder wetten. „Es geht hier um eine weltweit organisierte Attacke gegen den Euro“, sagt der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker. Das sieht auch Kanzlerin Angela Merkel so: „Es ist ein Stück weit ein Kampf der Politik mit den Märkten. Ich will wie alle meine anderen Kollegen diesen Kampf gewinnen.“

Ein seltsames Duell: Die mächtige Europäische Union gegen die mächtigen Spekulanten aus aller Welt. Wo sie genau sitzen, weiß niemand. Aber die entscheidende Schlacht steht unmittelbar bevor, möglicherweise schon zu Beginn dieser Woche. Die Zeit drängt. Am Sonntagmorgen fliegen die 27 EU-Kommissare zu einer Sondersitzung nach Brüssel ein. Nachmittags treffen sich die Finanzminister der Union. Sie telefonierten den ganzen Tag hektisch miteinander und schickten sich per Mail immer wieder neue Entwürfe für eine Radikalkur der Eurozone zu.

Quelle: Welt.de


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